Axiomatik



Klassen und Klassifikationsschemata der Praxis

Das Reich der Praxis und seine Klassifikation

Das Reich der Praxis ist mannigfaltig. Auf der obersten Abstraktionsebene unterscheidet der Triadiker zwischen menschlicher Praxis und anderer Praxis.
Es mag aber Sinn machen, sich auch eine animalische oder eine rein technische Praxis vorzustellen. Der Triadiker läßt diese Möglichkeit offen, beteiligt sich jedoch nicht an einer solchen Suche.

Das NTD beschäftigt sich mit der Praxis nur insofern Menschen in irgendeiner Existenzform beteiligt sind. Die Grundeinheit des NTD ist diejenige Praxis, in der der Mensch unverzichtbarer Faktor, wesentliches Element der Komposition, ist. Diese Praxis wird als menschliche Praxis oder kurz nur als Praxis bezeichnet.
Der 2. Zweig, die nicht-menschliche Praxis, wird nicht weiterverfolgt. Allerdings ist in Rechnung zu stellen, daß nicht-menschliche Praxis als Faktor in die menschliche Praxis interveniert. Diesen Fall nennt das NTD ökologische Praxis. In der ökologischen Praxis ist der Mensch ein Faktor neben zwei weiteren, von denen mindestens einer ein nicht-menschlicher Faktor ist.

Natürlich untersuchen die Naturwissenschaften auch ökologische Systeme, in denen der Mensch keine Rolle spielt. Der Triadiker kann eine Praxis ohne Bezug auf den Menschen nicht wahrnehmen oder behandeln. Deshalb überläßt er diese Fälle anderen Disziplinen. Möglich sind im NTD jedoch abstrakte, nicht falsifizierbare Vorstellungen → Vorstellungswelt. Die bleiben bisweilen ebenfalls außen vor.

Das triadische Verständnis von Klassifikationsschemata

Klassifikationsschemata sind im NTD ein Ordnungsschema des Denkraumes. Sie geben dem Denkraum Koordinaten, auf denen sich Modelle und andere Informationstypen verorten lassen. Sie werden in spezieller epistemischer Praxis erzeugt und sind zugleich Voraussetzung und Produkt der → Klassifikation / des Klassifizierens.

Ohne Klassifikationsschemata kein Klassifizieren.

Klassifikation wird meist synonym mit Klassifizieren gebraucht, meint im NTD die Einordnung von Modellen in ein → @ Klassifikationsschema@ und ist insofern eine Form des Kodierens bzw. des → Vergleichens von Modellen mit (klassifikatorischen) Vergleichsmaßstäben. Man muß auch hier, wie beim → Typisieren einerseits und der Typologiebildung andererseits, zwischen der Anwendung von Modellen und der Erstellung von Modellen bzw. Programmen unterscheiden.

Typisierungen, d.h. das Kodieren von Phänomenen/Daten mit Modellen, und Klassifizierungen, d.h. das Einordnen von Modellen in Klassifikationsschemata, sind im Wahrnehmen, Denken und Handeln nicht zu vermeiden. Die Entwicklung und Reflexion entsprechender Programme, Modelle und Axiome (→ Klassifikationsschemata) ist eine obligatorische Aufgabe der epistemischen und epistemologischen Praxis des NTD. Es geht um die reflexive Systematisierung vorhandener Modelle. Insofern sind Klassifikationsschemata abstrakter als (Art-)Modelle. Sie haben den Status von Werten, wenn man die Triade der → Informationstypen zugrundelegt. Welche Kriterien für die Konstruktion von Klassifikationsschemata herangezogen werden, richtet sich nach den Einsatzbereichen der Schemata. Deshalb sind viele Kriterien für einunddasselbe Modell möglich.
Das wichtigste Klassifikationsschema des NTD bezieht sich auf die Praxis. Es werden Klassen und weitergehend auch Gattungen und Arten der Praxis unterschieden.

Die drei Klassen der menschlichen Praxis

Es geht um die Frage, wie die Praxis im Denkraum des NTD emergiert.
Für die Gliederung der Praxis gibt es viele Unterscheidungskriterien. Das ist nicht anders als bei jeder Klassifikation im Denken und bei jeder Wahrnehmung der Dinge. Das NTD hat allgemeine Annahmen über Klassen triadischer Praxis axiomatisiert.
Obligatorisch ist die Unterscheidung zwischen individueller, sozialer und kultureller Praxis. Das NTD spricht auch von der Emergenz von drei Klassen der Praxis.

Bildname
Die Klasseneinteilung ist obligatorisch und konstitutiv für das NTD. Sie ist das Ergebnis der Suche nach möglichst allgemeinen, also abstrakten Kriterien für die Klassenbildung.

Traditionell werden die drei Klassen von unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen behandelt; das hat enorme Erkenntnisfortschritte gebracht - aber auch Zusammenhänge in den Hintergrund treten lassen. Das NTD ist an keine Disziplin gebunden und prämiert auch keine prinzipiell sondern nur aufgabenbezogen. Es erweitert mit der Unterscheidung die übliche Gegenüberstellung von menschlicher und sozialer Praxis um den Faktor kulturelle Praxis. Dies trägt der unübersehbaren Notwendigkeit, Natur und Technik als (politische) Kräfte/Machtfaktoren zu berücksichtigen, Rechnung. Es relativiert die Bedeutung des Mensch-Gesellschaft-Dualismus - wie so viele weiteren Dualismen. Voraussetzung für ein solches koevolutionäres Konzept ist die Bestimmung der Eigenarten der Faktoren Individuum, Gesellschaft und Kultur.

Prämiertes Unterscheidungskriterium für die Klassifikation der Praxis sind die Emergenzformen der Menschen/Praktiker als Individuen, als soziale Interaktionswesen und ihre verschiedenen Existenzformen, darunter auch als Natur- und Gattungswesen, in der ökologischen Praxis.

Ob diese Auswahl auf Dauer für alle Zwecke sinnvoll bleibt, läßt sich nicht voraussehen.

Das dreifaltige Menschenbild als Kriterium der Klasseneinteilung

Jedenfalls entsprechen die drei Klassen dem triadischen Menschenbild: Er tritt als einzigartige, individuelle Person, als soziale Größe und als biogenetisches Gattungswesen auf. Die Menschen emergieren immer sowohl als Individuen als auch als soziales Wesen und als Naturwesen. Immer in dreifacher Gestalt, aber in jeder konkrete Praxis wird immer auch eine Existenzform prämiert. In jeder Praxis wird zu jedem Augenblick eine Rangordnung zwischen den Emergenzebenen hergestellt und somit die Aufmerksamkeit fokussiert. Der Mensch kann sich als Individuum in den Mittelpunkt stellen, sich so oder anders typisieren, seine Praxis zweckgerichtet auf bestimmte Objekte richten, er kann sich als Element in soziale Systemen einordnen, Rollen übernehmen und Sozialbeziehungen erkennen und gestalten. Oder er kann sich als ein Faktor, ein Element, mit artverschiedenen anderen Elementen in Kulturen wahrnehmen und danach fragen, welche Wechselwirkungen es zwischen ihm als Angehörigen einer Gemeinschaft - im Maximalfall der Gattung - und anderen Faktoren: der Literatur der Landschaft, den Maschinen und Ressourcen, den Normen und der gesellschaftlichen Praxis usf. gibt.
Wenn es gut läuft, entstehen → Persönlichkeiten als emergentes Produkt des Zusammenwirkens dieser Faktoren. Jede Praxis und jede Persönlichkeitstheorie prämieren die Faktoren unterschiedlich.

Abstrakte Qualifizierung der drei Klassen gemäß des Metamodells der Praxis

Welche weiteren Kriterien für die näheren Bestimmungen der Klassen und ihrer tieferen Differenzierung in Gattungen und Arten der Praxis herangezogen werden, hängt von den Bedürfnissen derjenigen Praxis ab, die klassifiziert. Natürlich strebt der triadische Theoretiker möglichst weite → Geltungsbereiche an. Sie werden durch abstrakte Kriterien erreicht und nähern sich dann Metaklassifikationen an.


Paradigmatisch für solche Metaklassifikationen sind die Stammbäume der Tiere und Pflanzen in der Biologie oder das Perodensystem der Elemente in der Chemie.

Für alle Klassen der menschliche Praxis gilt das Metamodell der Praxis mit den Dimensionen: Architektur, Dynamik und Umweltbeziehungen. Seine Differenzierung liefert abstrakte Kriterien zur Unterscheidung von Klassen der menschlichen Praxis.
Geht es um eine epistemologische Praxis deren Ziel die Typisierung der Erscheinungsformen der triadischen Praxis - bzw. die Reflexion der Klassifikationen - ist, wird man von dem Metamodell der Praxis ausgehen und entsprechend die Dynamik, Architektur und die Umweltbeziehungen zum Kriterium des Vergleichens und Klassifizierens machen. Bei Bedarf lassen sich die Dimensionen des Metamodells feiner aufgliedern. So wird der Triadiker bei der dynamischen und räumlichen Komposition: Elemente, Ebenen und Beziehungen (ElEbBe) als Subkategorien für die Typisierung nutzen.

Nehmen wir das Metamodell (der Dimensionen) der Triade als Unterscheidungskriterien, so ergibt sich die folgende allgemeine Charakterisierung der drei Klassen der Praxis (Tabelle):

Klassen
individuell sozial kulturell
Architektur
Elemente/Relata Subjekt (S), Objekt (O) nur artgleiche Subjekte artverschiedene Katalysatoren (K)
Relation S - Praktik - O S - Medium - S, schematisiert K = S und O
Richtung objektgerichtet subjektgerichtet Wechsel der Richtungen
Ebenen/Emergenz des Menschen Individuum, Person soziales Wesen Naturwesen, Gattungswesen
Dynamik
prämierte Prozesse
materielle informative energetische
Prozeßtypen linear parallel, interaktiv zirkulär, rückkoppelnd
Umweltbeziehung
Grenzgestaltung individuell festgelegt sozial normierte Fließgleichgewicht
Ziele/Output zweckrational, mehr Output als Input Synchronisieren der Aktivitäten Synergie

Eine weitere Voraussetzung neben der architektonischen und der dynamischen Dimension sind für die Modellierung der Klassen Konzepte von → Dingen. Ohne eine Beschäftigung mit den Dingen - und vor allem, den Möglichkeiten ihrer Klassifikation/Typologie - bleibt die Rede von artverschiedenen oder homogenen Faktoren im Aufbau der Praxis unklar. Die Praxis hat es nicht nur mit der Zeit (Dynamik) und den Räumen (Architekturen) sondern genauso mit Dingen zu tun. Was immer Dinge sonst noch sein mögen, sie sind endlich. Sie haben also Grenzen. Wo Grenzen sind, gibt es auch Umwelten, zu denen Beziehungen bestehen, die in der und durch die Praxis zu gestalten sind. Die drei Klassen der Praxis unterscheiden sich in ihrem Verhältnis zu Umwelt, in der Grenzgestaltung.

Diese Tabelle läßt sich auch durch Triadentrias' darstellen. Dazu sind mehrere erforderlich.
Wenn wir die unterschiedlichen Ziele in der dynamischen Dimension, die unterschiedlichen Emergenzen der Menschen und die Relata in der architektonischen Dimension in den Vordergrund stellen, ergibt sich die folgende Triadentrias.
Praxis_KlassenTT

Zur Erläuterung

Merkmale der individuellen Praxis

In der individuellen Praxis transformiert der einzelne Mensch als Subjekt Dinge: Er produziert, verteilt und konsumiert zielgerichtet Güter. Die Objekte der Transformation können auch andere Menschen, z.B. Klienten oder Patienten, sein. Jedes Individuum vollzieht die Aktivitäten selbst, einzeln und für sich. Die Person prämiert ihre Wirkung auf die Dinge, und der Erfolg ihrer Praxis zeigt sich weniger in der Selbst- als vielmehr in der Umweltveränderung.
In der individuellen Praxis ist der einzelne Praktiker das Subjekt, ein zweckrationale Schöpfer und Transformatoren von Dingen in Raum und Zeit.
In der individuellen Praxis dominieren Asymmetrien zwischen den Subjekten und den Objekten und eine Linearisierung der Beziehungen. Es gilt die Standardstrukturtriade: Subjekt-Praktik-Objekt.


" Das, was wir denken, von dem wir sprechen, ist stets ein anderes als wir, ist das, worauf wir, die Subjekte, als auf ein gegenüberstehendes, die Objekte, gerichtet sind." So die Formulierung von Karl Jaspers (Einführung in die Philosophie. München 1986,:24, zuerst 1953) Die Rede von einer " Subjekt-Objekt-Spaltung" macht sich das NTD nicht zu eigen.

Der Praktiker als Subjekt der individuellen Praxis stellt die → Relation zu den Objekten mithilfe der drei Praktiken (Wahrnehmen, Denken, Handeln) her. Sie sind die Medien der Relationierung.
Während die individuelle Praxis immer nur ein einziges Subjekt hat, einen Menschen mit einzigartiger Biographie und unverwechselbaren Fähigkeiten, handelt es sich in der sozialen Praxis immer um mehrere gleichartige, eben soziale Subjekten.
Die individuelle Praxis der menschlichen Individuen ist zweck-rational. Sie linearisiert die Prozesse, setzt Ziele, schafft Abläufe mit Phasen. Sie prämiert also Linearprozesse.

Dies hängt mit der Arbeitsweise des menschlichen Bewußtseins zusammen. „Zweckgerichtetes Bewußtsein zieht aus dem gesamten Geist Sequenzen, die nicht die Schleifen-Struktur haben, welche für die ganze systemische Struktur charakteristisch ist.“ so das Resümee von Gregory Bateson, dem dieses Buch auch an anderen Stelle viel verdankt. (In: Ökologie des Geistes, S. 559,vgl.a. S. 203 und 572 sowie in: Geist und Natur, S. 159, 274)

Merkmale der sozialen Praxis

In der sozialen Praxis sind die Menschen zeitweise ebenfalls Subjekte. Soziale Praxis kommt nur zustande, wenn wir mindestens zwei Subjekte haben, die durch ein Medium verbunden sind. Die Subjekte werden sozial normiert - treten also als soziale Idealtypen/Rollen auf - und/oder sind schematisiert - vor allem als Sprecher/Hörer. Sie sind immer abhängig von Leistungen anderer Subjekte, die aber gleicher Art, wie sie selbst, sind.
Die soziale Praxis entsteht aus dem Zusammenwirken kommunikativer, interaktiver und kooperativer Dimensionen. Man kann diese Dimensionen als soziale Medien verstehen, durch die die sozialen Subjekte ihre Beziehungen untereinander gestalten.

Zwischen den Subjekten vermitteln nicht Praktiken sondern soziale Medien.

Permanentes Problem ist für Dyaden, Teams, Gruppen oder Organisationen die Parallelverarbeitung, die Synchronisierung der Aktivitäten der Praktiker. Nur gemeinsam und unter Nutzung von kollektiven Regeln und Programme gelingt die soziale Praxis.

• In der kommunikativen Dimension geht es darum, Informationen parallel zu verarbeiten.
Tritt diese Dimension in den Vordergrund spricht das NTD® von sozial-kommunikative Praxis. Wir haben es hier immer mit Kommunikatoren als Praktiker und Subjekte, mit Kommuniktionsmedien und mit (thematischen) Informationen als Objekte der Aufmerksamkeit zu tun. Die Kommunikatoren treten als soziale Faktoren, angefangen von der binären Schematisierung in Sprecher:Hörer bis hin zu Rollen, Amtsträger usf. auf.

Im Gegensatz zu der schädlichen Behauptung, der Mensch können nicht anders, als immer zu kommunizieren (Paul Watzlawick et.al. 1967), ist er auch in der Lage, keine kommunikative, rückkopplungsintensive Interaktion einzugehen. Es gibt einsame individuelle Praxis, die Linearprozesse - und keine Rückkopplungen und parallele Aktivitäten mehrerer Praktiker - prämiert. Um dies zu berücksichtigen hat das NTD die drei Klassen der Praxis eingeführt. Auch der Praktiker in der individuellen Praxis muß allerdings permanent Informationen verarbeiten - und deshalb bietet die Informationsverarbeitung den allgemeineren Zugang zur Praxis - allgemeiner als die Kommunikation.
Die Kommunikation zwischen den sozialen Subjekte ist ein permanentes Problem der sozialen Praxis.

• In der interaktiven Dimensionen klären die sozialen Akteure ihre Beziehungen und ihre Typisierungen.

• In der kooperativen Dimension werden die Programme der Akteure angeglichen, normiert, so daß die Ziele der Praxis arbeitsteilig, aber aufeinander abgestimmt, erreicht werden können.
Die drei Dimensionen wirken zusammen - oder gegeneinander.
Auch jede Pharmaindustrie - eine soziale Praxis , die kooperative materielle Produktion prämiert - kommuniziert und transformiert Energien.
Letztlich läßt sich jede soziale Praxis als ein Produkt des Zusammenwirkens interaktiver, kommunikativer und kooperativer Dynamiken und Architekturen verstehen.
Jede soziale Praxis ist im Verständnis des NTD dreifaltig.

Die Klassen der individuellen und der sozialen Praxis sind traditionellerweise Domänen der Psychologie bzw. der Soziologie i.w.S.. Nun stehen die Menschen neben diesen beide Klassen immer auch in einer dritten Form der Praxis, die meist als 'kulturelle' bezeichnet wird. Die kulturelle Praxis, überschreitet, die Grenzen traditioneller Disziplinen. Und sie steht auch an der Grenze zur nicht-menschlichen Praxis.

Merkmale der kulturellen Praxis

Die kulturelle Praxis, überschreitet, die Grenzen traditioneller Disziplinen. Und sie steht auch an der Grenze zur nicht-menschlichen Praxis. Die Einführung der Klasse der kulturellen Praxis ist erforderlich, um die Abhängigkeit der Menschen in ihren verschiedenen Existenzformen von artverschiedenen Dingen, Räumen und Zeiten zu modellieren.

Der Aufschwung von Kulturkonzepten und der Kulturwissenschaften ist u.a. Ausdruck der Notwendigkeit, Mensch, Natur und Technik zusammenzudenken. Und diese drei Faktoren sind offensichtlich in einem viel höheren Maße unterschiedlich als die Menschen und sozialen Rollen untereinander.

Die Architektur kultureller Praxis ist heterogen, weil sie eine Komposition aus artverschiedenen Faktoren/Komponenten ist.

Das NTD schlägt vor, Kulturen als → Ökosysteme aufzufassen. Es gelten Grundannahmen der Ökologie, die an jede kulturelle Praxis vererbt werden.

Das NTD versteht die Ökologie
• als Lehre von den Beziehungen zwischen artverschiedenen Elementen und Prozessen, darunter auch die
o Wechselbeziehungen zwischen Systemen und der sie beeinflussenden Umwelt
• als Biosystemtheorie, für die Information, Informationstransformation und Wechselwirkungen zwischen den Systemelementen konstitutiv sind.
• als Lehre des Umgangs mit begrenzten informativen, energetischen und materiellen Ressourcen.

Der revolutionäre Kern des ökologischen Denkens besteht genau darin, den Umgang mit Wechselwirkungen zwischen inhomogenen Faktoren zu propagieren und zu lehren.

Insofern ist die Ökologie eine Voraussetzung der triadischen Kulturtheorie. Gleichzeitig gelten die Axiome über die triadische Praxis. Gemäß des triadischen Grundprinzip wird die Anzahl der Faktoren der Trias des triadischen Kulturmodells auf drei festgeschrieben.
Die Besonderheit kultureller Ökosysteme liegt in der strukturellen Dimension darin, daß mindestens ein Faktor ein Mensch in irgendeiner Emergenzform ist. Mindestens ein anderer Faktor muß artverschieden sein. Üblicherweise spricht man dann von 'Natur' und/oder 'Technik'.


Wer heterogene Phänomene verstehen und gestalten will, muß mit Modellen arbeiten, die inhomogene Phänomene zu einander in Beziehung setzen. Er wird der Versuchung widerstehen müssen, die artverschiedene Faktoren dadurch anzugleichen, daß er sie als (gleiche) Elemente unter Oberbegriffe subsummiert. Die Suche nach einem gemeinsamen Dritten, wie sie für viele Wissenschaften immer noch obligatorisch ist, endet, wenn sie denn erfolgreich verläuft, immer damit, daß die Heterogenität der Objekte verschwindet. Das ist im ökologischen Paradigma anders, insofern hier schon immer das Zusammenwirken artverschiedener Faktoren im Zentrum standen. Das NTD bricht die Analyse im ökologischen Paradigma ab, wenn mindestens zwei artverschiedene Faktoren - von dreien -vorliegen, die das System, u.a. die Praxis am Laufen halten - und wendet sich dann der Untersuchung des Zusammen- und Gegeneinanderwirken der Faktoren zu.
(Giesecke, Von den Mythen der Buchkultur.., Ffm. 2002)

Eine besondere Gattung kultureller Praxis ist jene, in der der Mensch als Gattungswesen als Katalysator auftritt oder/und die Dynamik der Praxis dominiert.
Wenn man einen weiten Praxisbegriff, der auch nicht-menschliche Praxis umschließt, für sinnvoll hält, wird man nach einer abstrakteren Kategorie, die nicht anthropozentrisch ist, suchen müssen. Spätestens dann bietet sich der Begriff 'ökologische' Praxis an. Ob der Triadiker in Bezug auf die menschliche Praxis von 'kultureller' oder von 'ökologischer' Praxis spricht ist bislang weitgehend gleich.

Alle Faktoren der ökologischen Praxis sind gleich wirkend und gleichermaßen beeinflußt von den anderen Faktoren und diese wechselseitige Abhängigkeit wird auch prämiert und ist Bedingung des Erfolg der kulturellen Praxis. Ungleichheit kommt nur insofern ins Spiel, als irgendwie immer in den zirkulären Kreislauf eingestiegen wird. Irgendein Faktor wirkt als Katalysator und bringt das System in Gang - oder stoppt es.

Es ist eine empirische Frage, welcher Faktor/welches Element als Katalysator der kulturellen Praxis auftritt. Aber der Triadiker wird sich bevorzugt mit solcher ökologisch-kultureller Praxis beschäftigen, in der der Mensch eine prämierte Funktion ausfüllt.

Es macht letztlich nur Sinn, von Kulturen zu sprechen wenn man zusätzlich angibt, was als Katalysator kultureller Systembildung zum Ausgangspunkt genommen und entsprechend prämiert wird: So kommt es zur Rede von 'menschlichen Kulturen' oder von 'Erdbeerkulturen', 'Buchkultur', Theaterkultur' usf.. Die Prämierung des einen Faktors erzeugt notwendig von Anfang an eine Hierarchie zwischen den Faktoren. Sie sind ungleich gewichtet. Kulturen an sich ohne einen katalysatorischen bzw. prämierten Zusatz gibt es nicht. Kulturen werden durch Komposita bezeichnet.

Im Mittelpunkt der Kulturtriade steht immer ein zusammengesetzter Begriff. Basistriaden haben niemals ein Kompositum als emergentes Produkt. Mißverständlich ist auch die Rede von 'Leitkulturen' oder Dopplungen wie 'multikulturellen Kulturen'. Hier bleibt unklar welche Kultur gemeint ist.

Sowohl für die Ökologie als auch für das NTD bilden die kybernetischen Vorstellungen über die Steuerung und Regelung von Kreisläufen - und damit von kybernetischen Systemen - eine Voraussetzung. Das NTD erbt von der Kybernetik folgende Annahmen:

  • die Unterscheidung zwischen Zielen und Regelungsprogrammen,
  • die Annahme von Rückkopplungsschleifen als Voraussetzung jeder Regelung und damit die Prämierung von Kreisläufen gegenüber Linearprozessen,
  • die Prämierung von 1. Information und 2. Energie als Wirkfaktoren in kybernetisch verstandenen Systemen.
    Zusammen mit den ökologischen Modellen ermöglichen die Modelle der Kybernetik das Verständnis der Dynamik von Praxis. Konstitutiv sind die Modellierung der Zeit als Prozeß - genauer: als Produkt der Interaktion von Prozessen und Prozeßtypen. Dies erfordert die Unterscheidung der linearen, parallelen und zirkulären Prozeßtypen.
    Kybernetische und damit auch Kulturelle Modelle i.S. des NTD prämieren die Energie und kreisförmige Prozesse. Es geht weniger um lineare Beziehungen zwischen den Faktoren als vielmehr um die Wechselwirkung, zwischen z.B. Menschen und anderen artverschiedenen informativen oder materiellen Dingen.

Die Beziehungen zwischen den Klassen der Praxis

Individuelle Praxis, soziale Systeme und Kulturen sind Klassen mit eigenem Recht und so kommen wir um die Gestaltung ihrer Beziehungen nicht umhin. Die drei Klassen der Praxis sind zwar artverschieden aber nicht unvergleichlich, es gibt gemeinsame Parameter: Alle Praxissysteme bilden Interaktionssysteme, schaffen Räume, bewältigen Komplexität, gestalten Prozesse in der Zeit, transformieren Stoffe, produzieren, konsumieren oder distribuieren etwas und manches mehr.
Ganz gleich, welche Klasse der Praxis von den Menschen (Praktikern bzw. den Beobachtern der Praxis) in den Vordergrund gestellt wird, immer laufen die anderen Klassen mit.
Auch die einsame individuelle Praxis greift auf soziale Programme zurück und ermöglicht Gesellschaften. Ohne die Nutzung kultureller Güter, der mehr oder weniger technisierten Natur geht es ebenfalls nicht ab. Und immer halten Individuen, in welchem Maße auch immer, die Praxis am Laufen. Letztlich läßt sich jede menschliche Praxis als ein Produkt des Zusammenwirkens aller drei Klassen verstehen. Jede Praxis ist im Verständnis des NTD dreifaltig.
Die menschliche Praxis emergiert immer und unabweisbar dreifach, als individuelle, als soziale und als kulturelle Praxis.
Klar, die Klassen der Praxis hängen zusammen, aber es ist förderlich, sie zu trennen - schon um ihre Verschränkung gestalten zu können. Erst dann kann man phasenweise auch zwischen Prämierungen der einzelnen Klassen wechseln.

Üblich ist, daß eine Klasse positiver bewertet wird als eine andere. 'Ganzheitliche' Mediziner versuchen, die Patienten nicht als ihre Objekte und Dinge sondern weit mehr als kommunikative Partner und damit als Subjekte zu sehen. Am Ende schadet es, wenn darüber - in jeder Phase der Praxis - der physische Organismus vernachlässigt wird. Das Umgekehrte gilt ebenso!

Die drei Klassen wirken in jedem Augenblick zusammen, aber immer gibt es eine Rangordnung zwischen ihnen. Immer werden Modelle, Programme und Werte einer der genannten Klassen in den Vordergrund gerückt. Das kann so weit gehen, daß eine andere gar nicht mehr handlungsleitend ist und unbemerkt bleibt.
Jede konkrete Praxis emergiert zwar immer sowohl als individuelle als auch als soziale und kulturelle Praxis, aber sie prämiert immer einen dieser Faktoren.
Es gibt keine menschliche Praxis, in der die drei Klassen und die drei Emergenzformen des Menschen im Gleichgewicht sind. → Gewichtung Immer drängt sich eine Komponente in den Vordergrund und bestimmt die Dynamik, Architektur und die Umweltbeziehungen - und damit auch die Grenzen - der Praxis. Sollen die Gleichzeitigkeit der drei Faktoren einer Trias ausgedrückt werden, so visualisiert dies das NTD durch seine Knotenmodelle. Sollen die Prämierungen ausgedrückt werden, so geschieht dies durch unterschiedliche Ausdehnungen der Schlaufen. Eine Prämierung der sozialen Praxis kann etwa durch das ff. Knotenmodell abgebildet werden.
Gewichtung der Praxisklassen"
Diese Betonung des Ungleichgewichts ist charakteristisch für das NTD. Letztlich läuft sie auf eine Prämierung von Heterogenität hinaus - und grenzt sie von allen Konzepte ab, die Homogenität anstreben.

Wenn das NTD also von der 'individuellen, der sozialen oder kulturellen Praxis' spricht, dann meint das immer: eine menschliche Praxis, die entweder ihre individuelle oder ihre soziale oder ihre kulturelle Erscheinungsform prämiert. Die jeweils nicht prämierten laufen - parallel, gleichzeitig - mit. Rangordnungen zwischen den beiden nicht hervorgehobenen Klassen sind ebenfalls möglich.
→ Prämieren
Ob der Triadiker von 'Klassen', von 'Erscheinungen', 'Gestalten', 'Faktoren', 'Komponenten' oder ähnlichem spricht, hängt von den Perspektiven ab, unter denen die Praxis jeweils im Einzelfall behandelt wird. 'Gestalten' erscheinen in der Praktik Wahrnehmen, 'Klassen' in dem Denken und 'Komponenten' bei dem Handeln. Es läuft immer auf den gleichen Grundgedanken des triadischen Denkens hinaus, das Objekt als das Ergebnis der Interaktion von drei autonomen Faktoren zu verstehen.
Jede Prämierung führt immer zu einer Abwertung der anderen Faktoren: Die (prämierte) soziale Praxis unterdrückt die individuelle Praxis.
Wenn der Mensch als soziale Rolle agiert, tritt seine Person in den Hintergrund. Aber dort bleibt sie eben auch dann noch!

Klassen als prämierte Faktoren einer Triade

Wenn der Triadiker von den Klassen der Praxis spricht, dann redet er über Prämierungen im Reich der menschlichen Praxis, die immer nur zeitweise in bestimmte Praxissystemen gelten. Spricht er über die * individuelle* Praxis, dann meint er eine Praxis, die das Individuum prämiert und in der die sozialen und kulturellen Dimensionen der Praxis in den Hintergrund treten. Es gibt keine Praxis, in der nicht zu jedem Moment alle drei Klassen zusammen nebeneinander oder gegeneinander wirken.
Ebenso gilt: Wenn der Triadiker von den Praktikern als Wahrnehmende/Beobachter spricht, dann meint er immer ein Individuum, das zeitweise das Wahrnehmen gegenüber anderen Praktiken prämiert. Er bleibt aber zugleich Denker und Handelnder.

Diesen Gedanken hat das alte triadische Denken - soweit mir bekannt - niemals klar modelliert.

Letztlich liegt dem die Annahme zugrunde, daß bei jeder Anwendung einer Triade in einer konkreten Praxis eine ungleichgewichtige Behandlung der Faktoren der Trias - hier also der drei Praxisklassen - vorliegt. Alles neue triadische Denken® prämiert die Faktoren der Trias. Um ungleiche Gewichtung auszudrücken, hat das das NTD das dreischlaufige Knotenmodell entwickelt. Es ermöglicht, Prämierungen der Faktoren - gleich welcher Triade bzw. Trias - durch die Länge/Größe der Schlaufen des Knotens auszudrücken.

Dies Modell funktioniert nur dann, wenn zusätzlich das ökologische Prinzip derbegrenzten Ressourcen berücksichtigt wird.

Das endlos verknotete Band, welches die Parallelität/Synchronizität der drei Faktoren der Trias veranschaulicht, hat eine endliche Länge, sodaß jede Ausdehnung einer Schlaufe/eines Faktors zur Verkürzung einer oder beider anderer führt. Jede Prämierung bedeutet deshalb auch eine Abwertung der anderen Faktoren: Wird die Praktik Wahrnehmen prämiert, verliert die Praktik Handeln an Bedeutung - aber natürlich werden selbst dann weder alle Denkprozesse noch jegliches Handeln vollständig ausgeschaltet.
Daß alle Faktoren gleichgewichtig funktionieren, ist in jeder konkreten Praxis unmöglich. Insofern ist ein Knoten mit drei gleich großen Schlaufen, eine bloße abstrakte und eher irritierende Vorstellung. Eine solche Homogenität ist genauso unwahrscheinlich wie ein Kleeblatt mit drei gleichgroßen Blättern. Das NTD nimmt keine positive Bewertung von Homogenität - und damit eine Abwertung von Heterogenität im Verhältnis der Faktoren der Trias in einer Triade - vor. Dies macht das NTD zum idealen Programm zur Modellierung inhomogener Phänomene.

Gattungen und Arten der Praxis

Jede Klasse enthält eine Menge von Gattungen. Sie können aufgrund von unterschiedlichen Kriterien und nach den Bedürfnissen der jeweiligen konkreten Praxis gebildet werden.
Je nachdem, ob das Subjekt als Handelnder, als Beobachter oder als Konstrukteur von Modellen auftritt, ob die Funktion eher in der Umweltveränderung, der Sammlung von Umweltinformationen oder der Ordnung der Gedanken liegt, entstehen eigene Gattungen von Praxissystemen. Auch die Gattungen lassen sich weiter differenzier.
Geht man von den konkreten Fälle aus, empirisch vor, so werden die Gattungen aufgrund gemeinsamer Merkmale der Artmodelle gebildet.
Die Klassifikation führt dazu, daß jede individuelle Praxis sowohl als einzigartiges Exemplar als auch als Vertreter einer Art und dann weiter einer Gattung und einer Klasse betrachtet und gestaltet werden kann. Ein Klassifikationsschema der Praxis, welches mit dem in der Biologie üblichen Klassen- und Gattungsklassifizierungen arbeitet, ist hier abgebildet.

Bildname
Das gleiche als PDF zur Vergrößerung: Klassen und Gattungen
Bei der Rede von der Praxis empfiehlt es sich, die folgenden Abstraktionsgrade oder logische Ebenen, auseinanderzuhalten:

  • jegliche Praxis, also auch im nicht-triadischen, im alltäglichen und in beliebigen disziplinären Verständnis;
  • das Reich der triadischen Praxis im Allgemeinen
    • gemäß des alten und traditionellen
    • und des Neuen Triadischen Denkens (NTD), das zwischen menschlicher und nicht-menschlicher Praxis unterscheidet;
  • die drei Klassen der menschlichen Praxis
    o individuelle,
    o soziale kommunikative und
    o kulturelle/ökologische;
  • Gattungen der Klassen der Praxis;
  • Arten;
    Bei den Arten gibt es vielfältige Varianten, die bei Bedarf einzuführen sind.
    Dies ist klarerweise eine Klassifikation. Sie beruht auf triadischen → Klassifikationsschemata. Es werden mehrere Kriterien genutzt.
    Wenn die Beziehungen in der Praxis zum Kriterium der Klassifikation genommen werden ergibt sich folgende Triadentrias. Praxisklassen nach Beziehungen
    Ohne Klassifikationen und Klassifikationsschemata, die logische Ebenen differenzieren, funktioniert kein NTD.
    Es gilt die Regel: Unterscheide drei Klassen, viele Arten und unendlich viele individuelle Exemplare der Praxis!
    Klassen der Praxis

Die Klasseneinteilung ist ein Teil der Klassifikation der Praxis. → Praxis, Klassifikation

Konsequenzen der Typologie der Praxisklassen für die Praktiker

Es ist nicht nur so, daß die Menschen immer in zahlreichen gleichartigen Praxen eingebunden sind, sie funktionieren auch, schon weil sie auf unterschiedlichen Ebenen emergieren, in ganz unterschiedlichen, in artverschiedenen Praxen. Deshalb kommt der Triadiker nicht um eine Typologie der Praxen und ihrer relevanten Faktoren umhin. Die Klassifikation der Praxis gibt den Praktikern die Möglichkeit, die Praxis entweder als einfaches Interaktionssystem oder als Sozialsystem oder als Ökosystem wahrzunehmen, zu denken und zu gestalten. In jeder konkreten Praxis wird man alle drei Möglichkeiten verwirklichen, aber in unterschiedlicher Gewichtung und mit unterschiedlicher Klarheit.

Die Unterscheidung der Klassen der Praxis gilt auch für ihre Komponenten, die Praktiker, ihre Praktiken und die Objekte.
Es gilt die heuristische Regel: Unterscheide die Ebenen der Emergenz der Praxis - und damit auch von deren Komponenten, den Menschen, ihren Objekten und ihren Funktionen!
Es ist für die Subjekte der Praxis förderlich, wenn sie wissen, in welcher Art und Klasse Praxis sie sich befinden. Dies gilt auch für diese Praxis, deren Funktion die Klärung der Grundannahmen der TriPrax ist. Es handelt sich um eine epistemologische soziale Praxis - sobald die Nutzer/Leser einsteigen und damit ebenfalls zu Subjekten dieser Praxis werden.
Es gilt die Regel: Kläre die Klasse der Praxissysteme, die in der konkreten Praxis jeweils prämiert wird und behalten die Rangbeziehungen zu den anderen Klassen im Blick!

Das NTD richtet sich gegen jeden Anthropomorphismus, der immer dadurch gekennzeichnet ist, daß die Unterschiede zwischen den drei Klassen der Praxissysteme zugunsten des menschlichen und auf Kosten der Eigenarten der anderen beiden minimiert werden. Es ist eine unglückliche Metaphorik, sozialen Gemeinschaften Wahrnehmen, Handeln und Gedächtnis, Erinnerungen u.ä. zuzuschreiben. Das Anthropomorphisieren, die Vermenschlichung des Sozialen bedeutet wissenschaftsgeschichtlich eine Rückfall mindestens hinter die Trennung von Psychologie und Soziologie zu Beginn des 19.JHs. Wie auch umgekehrt die Reduktion des Menschen auf einen fait social (E. Durkheim) zu kurz greift. Die Spannung zwischen dem Einzelnen Individuum und dem Kollektiv werden entweder zugunsten des Kollektivs oder des Einzelnen gelöst. Die Gefahren dieses Ansatzes kennen wir, in Deutschland zumal.

Für die Stabilisierung der Denkräume von Professionen, Organisationen, Gesellschaften und/oder Kulturen reichen Normierungen und Kodifizierungen einzelner Modelle nicht aus. Man muß auch eine Übereinkunft über deren Beziehungen bis zu einem gewissen Grad erreichen. Es geht um eine Mehrzahl von obligatorischen Modellen/Programmen und um die Festlegungen ihrer Beziehungen untereinander. Die Minimalform einer solchen klassifizierenden Ordnung des Denkraumes ist die Triadentrias. Deshalb gründet das NTD den Denkraum von Disziplinen, Professionen, Organisationen usf. vorzugsweise auf Triadentrias.
Funktionen von Klassifikationsschemata

axiomatik, id106, letzte Änderung: 2021-10-06 11:51:00

© 2021 Prof. Dr. phil. habil. Michael Giesecke