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TriPrax dient sowohl als Kurzform der Triadischen Praxis als auch der Triadischen Praxeologie.
- Die triadische Praxeologie beschäftigt sich nur mit Praxen, in denen Menschen als Subjekt, Objekte oder Medien funktionieren.
Das NTD® macht einen klaren Unterschied zwischen Modellen der Praxis einerseits und Modellen bzw. Programmen der Praktiken andererseits. Seine Attraktivität beruht nicht zuletzt darauf, daß er die Praxeologie nicht auf eine Theorie einer der drei Praktiken reduziert. - Die triadische Praxeologie ist eine differentielle Praxeologie. Sie unterscheidet die Klassen der einsamen individuellen, der sozialen und der kulturellen Praxis. Sie haben eigene Architekturen, Dynamiken und Grenzen zur Umwelt. In jeder der Klassen der Praxis emergieren die Menschen anders: als biographisch geprägte Individuen, als soziale Rollen und als Gattungswesen.
Auch die Praktiken emergieren in den Klassen der Praxis unterschiedlich.
In der → individuellen Praxis
gestalten die Menschen ihre Beziehung zur Umwelt durch das Wahrnehmen, Denken und Handeln zweckrational und linear.
In der → sozialen Praxis
Die → kulturellen Praxis
versteht das NTD als kybernetisches Ökosystem. Immer bestimmen die Komponenten Mensch, Natur, Technik in verschiedenen Emergenzformen und Kompositionen die Architektur. Immer erscheint die Dynamik als Ergebnis selbstregulierender Prozesse. Was die Beschreibung der kulturellen Praktiken angeht, steht das NTD am Anfang.
→ Abteilungen der Praxeologie
Die TriPrax unterscheidet die → anthropologische
, die → systemische
und die → kosmologische
Praxeologie.

Aus anthropolgischer Perspektive erscheint die Praxis als Produkt der Praktiken der Praktiker, aus der Sicht der systemischen, medialen Praxeologie ist sie ein sinnvolles → Verhältnis und aus der kosmologischen Sicht eine Komposition aus Raum, Prozeß und Dingen.
Genese der Praxeologie
Die triadische Praxeologie ist nicht aus dem Nichts entstanden Sie beruht, theoretisch wie praktisch auf klassischen Disziplinen , vor allem auf soziologischen Theorien über Interaktion, Organisation und Gesellschaft, auf soziologischen Handlungstheorien, den Unterscheidungen in der Wissenssoziologie u.s.f. Sie beruht auf psychologischen Modellen über den Menschen und ihre Interaktionen. Sie beruht auf den Systemtheorien der Technik, der Ökologie und der Kommunikationswissenschaft und manches weiteres.
Im augenblicklichen Stadium ist der Übergang zum praxeologischen Paradigma nicht abgeschlossen. Es gibt viele Modelle und Axiome, die mit den traditionellen Disziplinen nicht mehr viel zu tun haben, die quer zu ihnen liegen. Es gibt aber noch viele Bezeichnungen/Begriffe, die im alten Paradigma entstanden sind und dort eine Bedeutung haben, die jetzt aber nur noch teilweise zutrifft. Das betrifft z.B. den Begriff des 'Sozialen', der 'Systeme', der 'Kultur' und 'Ökologie' u.v.a.m.. Es ist wie ein einer Stadt, in der alte und neue Gebäude nebeneinanderbestehen (wie es Wittgenstein im Bezug auf die Sprachen mal formulierte; Phil. Untersuchungen I,18), und wo das Stadtbild nicht allein durch die neuen Stadtplaner bestimmt wird.
Es gibt also Inkonsistenzen in der Darstellung, auch Widersprüche. Sie sollten sich auflösen lassen, aber dazu bedarf es der Mithülfe. Wandel ist immer eine Balancen zwischen radikalen Erneuern, also hier dem Verwerfen von disziplinären Axiomen, der Reform von bestehenden Modellen und dem Bewahren guter Ansätze.
Die Aktualität der Praxeologie
In der systemischen Phase der Praxis gibt es normative Programme und oftmals kodifizierte Regeln für den Umgang mit Abweichungen. Bei Organisationen und Institutionen sollte es so sein, bei Nationalstaaten ('Rechtsstaaten') war es bis vor kurzen meist der Fall. Nur unter diesen Voraussetzungen können die Modelle sozialer Systeme ihre Erklärungskraft zur Geltung bringen und Handeln anleiten. Aber es gibt immer mehr Praxen, die solche Systematisierung nicht - oder nur kurzfristig - erreichen und teilweise - so in vielen Künsten - auch gar nicht erreichen wollen. Die mittlere Phase der Praxis und damit die systemregulierenden Programme verlieren an Bedeutung, meist zugunsten der Konstitutionsphase, die oftmals nur kurz unterbrochen in die Auflösungsphase übergeht. Die Gründerphase führt nahtlos in den Konkurs - oder den Verkauf. Die Gesellschaftssysteme orientieren sich auf die Zukunft, 'nachfolgende Generationen', auf die vielfältigen Umwelten und reduzieren damit die Bedeutung des Hier und Jetzt und der temporalen, räumlichen und sozialen Grenzen. Sie konzentrieren auf die Komplexität einer zukünftigen Umwelt- und befinden sich damit nach triadischem Verständnis in der Auflösungsphase einer Praxis, in der es immer auch um die Gestaltung der Beziehungen zur Umwelt nach der konkreten Praxis geht. Auf die Entbürokratisierung der 90er Jahre, also die Auflösung der normierten sozialen Architektur, folgt die Entgrenzung der Praxen. Statt Grenzschutzpolizei, Interventionstruppen in ferne Territorien. Und wenn schon Grenzen, dann als durchlässige Membrane. Statt Normierung der Abläufe in der dynamischen Dimension wird ein 'follow the process' gehypt. Die Politik sieht sich zunehmend als Gestalter eines Übergangs, stabile Verhältnisse des Sozial- und Politiksystems stören da nur.
Damit gewinnt auch das Praxismodell (TriPrax) gegenüber Systemtheorien an Bedeutung - ohne letztere zu verwerfen. Es prämiert den Prozeß (wie E. Schein 2000) und modelliert die Abhängigkeit zwischen den Phasen einer Praxis und zwischen den Praxen untereinander.
Komponenten der Triadischen Praxeologie

Alle Faktoren lassen sich weiter triadisch modellieren. Für die Disziplinen gilt
