Lexikon des NTD®

Definitionen und Begriffsklärungen

Hier wird das Verständnis wichtiger Begriffe des Neuen Triadischen Denkens erklärt und, wenn nötig, von anderen Definitionen abgegrenzt.

Definitionen sind für das NTD eine heikle Angelegenheit, weil Begriffe nach seinem Verständnis jeweils nur für eine bestimmte Praxis, mindestens einem Praxistyp, dieselbe Geltung beanspruchen können. Die folgenden Definitionen entspringen einer speziellen epistemologischen Praxis und gelten auch dort. Die meisten Begriff behalten in epistemischer Praxis ihren Sinn. Manche Begriffe behalten ihre Gültigkeit auch bei der Anwendung auf anderen Feldern, andere sind sehr speziell. Übertragungen müssen also geprüft werden und ggfs. sind Modifikationen erforderlich. Es ist mit den Definitionen wie mit allen anderen tools: Ohne Anamnese und Diagnose der Anwendungssituation - also der Art der Praxis -, kein sinnvoller Einsatz.
Um die Übersicht zu erleichtern, werden Verlinkungen von Texten in der Tiefe auf 2 Stufen begrenzt: Links aus einem Lemma des Lexikons auf ein anderes - und auf Texte außerhalb des Lexikons, also z.B. auf die Axiomatik - sind möglich. Ebenso kann man von den verlinkten Objekten auf eine weitere Ebene verwiesen werden. Nach dieser 3. Ebene ist Schluß: Die in den Popups eingepflegten Links werden dann zwar angezeigt, sind aber nicht belegt. Will der Leser sie verfolgen, kann er direkt auf die verlinkten Lemma bzw. andere Texte gehen. Diese Einschränkung gilt nicht für die Verlinkung von Modellen.



Handlungstheorie vs. Praxeologie =

Da die individuelle Praxis erst das Produkt der Interaktion von Wahrnehmen, Denken und Handeln ist, wird das Handeln und deren Theorie der Praxeologie untergeordnet.

Alle Handlungstheorien nehmen irgendeine Form von Zielen (z.B. als Intentionen) als zentrale Bausteine ihrer Modelle an. Handeln hat ein Ziel - schon wenn mehrere Ziele zugestanden werden, was eher selten explizit geschieht, kommt die Handlungstheorie in Schwierigkeiten. Wir haben dann mehrere Handlungen, deren Koordination eine Theorie höherere Stufe voraussetzt.
Ganz anders die triadische Praxeologie. Hier steht jede Praxis vor permanenten - und damit nicht aus der Welt zu schaffenden - Problemen. Sie können und müssen in jeder konkreten Praxis in Aufgaben verwandelt werden, die durch die Praktiken - immer alle drei zusammen - zu bewältigen sind. Immer findet eine Auswahl aus den Problemen statt. Das NTD empfiehlt bekanntlich die Auswahl auf jeweils drei zu begrenzen.
Im nächsten Anlauf können drei (weitere) gewählt und angegangen werden.
Die Praktiken haben bei der Bewältigung der Aufgaben unterschiedlichen Anteil. Sie werden als Prozesse aufgefaßt, die zu steuern und zu regeln sind. Erst auf dieser Stufe, wo die Steuerung von Prozessen ins Spiel kommt, tauchen Ziele und darunter dann neben den Zielen von Wahrnehmen und Denken auch jene von Handeln auf.
Meist setzt die Zielsetzung eine Linearisierung der Prozesse und Richtungsangaben voraus.
Nicht nur Handlungstheorien sondern auch → Systemtheorien, am prominentesten vielleicht T. Parsons, prämieren Ziele (hier: goal attainement) und unterscheiden sich auch insoweit von der triadischen Praxeologie. Sie ist auch keine Theorie von Handlungssystemen. Bestenfalls könnte man sagen, sie inkorporiert Momente der selben.

lexikon, id1431, letzte Änderung: 2021-11-18 11:18:03

© 2021 Prof. Dr. phil. habil. Michael Giesecke