Lexikon des NTD®

Definitionen und Begriffsklärungen

Hier wird das Verständnis wichtiger Begriffe des Neuen Triadischen Denkens erklärt und, wenn nötig, von anderen Definitionen abgegrenzt.

Definitionen sind für das NTD eine heikle Angelegenheit, weil Begriffe nach seinem Verständnis jeweils nur für eine bestimmte Praxis, mindestens einem Praxistyp, dieselbe Geltung beanspruchen können. Die folgenden Definitionen entspringen einer speziellen epistemologischen Praxis und gelten auch dort. Die meisten Begriff behalten in epistemischer Praxis ihren Sinn. Manche Begriffe behalten ihre Gültigkeit auch bei der Anwendung auf anderen Feldern, andere sind sehr speziell. Übertragungen müssen also geprüft werden und ggfs. sind Modifikationen erforderlich. Es ist mit den Definitionen wie mit allen anderen tools: Ohne Anamnese und Diagnose der Anwendungssituation - also der Art der Praxis -, kein sinnvoller Einsatz.
Um die Übersicht zu erleichtern, werden Verlinkungen von Texten in der Tiefe auf 2 Stufen begrenzt: Links aus einem Lemma des Lexikons auf ein anderes - und auf Texte außerhalb des Lexikons, also z.B. auf die Axiomatik - sind möglich. Ebenso kann man von den verlinkten Objekten auf eine weitere Ebene verwiesen werden. Nach dieser 3. Ebene ist Schluß: Die in den Popups eingepflegten Links werden dann zwar angezeigt, sind aber nicht belegt. Will der Leser sie verfolgen, kann er direkt auf die verlinkten Lemma bzw. andere Texte gehen. Diese Einschränkung gilt nicht für die Verlinkung von Modellen.



Zustand =

Das NTD kann die Welt und ihre Elemente, auch die Praxis, unter dem Gesichtspunkt der Veränderung in der Zeit betrachten und behandeln - oder die Zeit im Erkenntnisprozeß einfrieren. Es erkennt und beschreibt dann Zustände. Das Stillstellen der Zeit - während der (Erkenntnis-)Praxis - ist eine Idealisierung, aber sie ist notwendig, um wissenschaftliche Beschreibungen zu erzeugen.

Die Anwendung und gesellschaftliche Normierung dieses epistemologischen Prinzip ist eine kulturelle Hochleistung, die sich erst ab der Renaissance und in Europa ausbreitete. Sie liefert die erkenntnistheoretischen Grundlagen der modernen Naturwissenschaften. Alle Perspektivlehren der frühen Neuzeit lassen die Zeit zum Stillstand kommen.

Im Gegensatz zum Erzählen, das die Welt immer als Veränderungsprozeß in der Zeit modelliert und sich historisch bis in die allerersten Zeugnisse der menschlichen Kultur zurückverfolgen läßt, ist das → Beschreiben von Zuständen eine späte kulturelle Erscheinung, die gerade wegen der notwendigen Idealisierungen - das sind immer Abstraktionen - hohe Anforderungen an die kognitiven Leistungen der Menschen stellt.

lexikon, id1020, letzte Änderung: 2021-01-12 18:30:39

© 2021 Prof. Dr. phil. habil. Michael Giesecke