Lexikon des NTD®

Definitionen und Begriffsklärungen

Hier wird das Verständnis wichtiger Begriffe des Neuen Triadischen Denkens erklärt und, wenn nötig, von anderen Definitionen abgegrenzt.

Definitionen sind für das NTD eine heikle Angelegenheit, weil Begriffe nach seinem Verständnis jeweils nur für eine bestimmte Praxis, mindestens einem Praxistyp, dieselbe Geltung beanspruchen können. Die folgenden Definitionen entspringen einer speziellen epistemologischen Praxis und gelten auch dort. Die meisten Begriff behalten in epistemischer Praxis ihren Sinn. Manche Begriffe behalten ihre Gültigkeit auch bei der Anwendung auf anderen Feldern, andere sind sehr speziell. Übertragungen müssen also geprüft werden und ggfs. sind Modifikationen erforderlich. Es ist mit den Definitionen wie mit allen anderen tools: Ohne Anamnese und Diagnose der Anwendungssituation - also der Art der Praxis -, kein sinnvoller Einsatz.
Um die Übersicht zu erleichtern, werden Verlinkungen von Texten in der Tiefe auf 2 Stufen begrenzt: Links aus einem Lemma des Lexikons auf ein anderes - und auf Texte außerhalb des Lexikons, also z.B. auf die Axiomatik - sind möglich. Ebenso kann man von den verlinkten Objekten auf eine weitere Ebene verwiesen werden. Nach dieser 3. Ebene ist Schluß: Die in den Popups eingepflegten Links werden dann zwar angezeigt, sind aber nicht belegt. Will der Leser sie verfolgen, kann er direkt auf die verlinkten Lemma bzw. andere Texte gehen. Diese Einschränkung gilt nicht für die Verlinkung von Modellen.



Universum =

bezeichnet meist - unter Rückgriff auf die lateinische Wurzel universus/gesamt - die Gesamtheit aller Dinge in Raum und Zeit. Im NTD wird die Bedeutung auf die unbekannte → Welt, die überall (universell) und unabhängig von jeder menschlichen - und auch jeder triadischen - Praxis existiert, eingeschränkt. Das Universum ist ein Faktor der Triade der Welt(anschauung) neben dem → Kosmos und der → Vorstellungswelt, die beide durch Praktiken - in unterschiedlichem Umfang - erkundet werden können.
Merkmale der drei Parameter der Welt
Es ist kennzeichnend für das NTD, daß es auch das → Geheimnis, das in jeder Hinsicht Unbekannte als einen Faktor in seine Weltanschauung, eben als nicht-angeschaute Welt, aufnimmt. Die → Mannigfaltigkeit der Welt beruht auch auf dem durch keine Praxis komponierten Geheimnisvollen.

Das NTD betreibt keine Anti-Aufklärung. Es geht davon aus, das Aufklärung, das Sammeln und Ordnen Informationen, Entdeckungen von Räume und Dinge, Erkunden von Zeiten für den Menschen als Praktiker unvermeidlich ist. Er schafft sich immer seinen Kosmos. Aber gerade weil, diese Aufklärungen ein permanentes Problem der Menschen sind, verschwindet das Geheimnis nicht. Verschwände es, verlöre die Gattung einen Identitätspfeiler. Das Universum voller Geheimnisse wird bleiben, solange es Menschheit und Praxis gibt - zumindest in der Vorstellungswelt der Triadiker.

Über diese Komponente der Welt, die nicht in die Praxis der Menschen einbezogen sind, zu denen die Menschen (noch) keine Beziehung aufgebaut haben oder deren Erkenntnis verloren gegangen ist, können keine Aussagen gemacht werden. Das Universum bleibt den Menschen Geheimnis. Wir wissen nicht, ob die Zeit dort still steht oder sich von Ewigkeit zu Ewigkeit hinzieht. Wir können seinen Raum nicht ausmessen, nicht zu seinen Grenzen gehen, wenn es solche denn überhaupt hat. Wir können seine Masse und Energie nicht bestimmen.

Sobald Annahmen über das Universum gemacht werden, findet ein Übergang des Universums in die Vorstellungswelt statt. Sobald Komponenten des Universums wahrgenommen und durch Praxis erkundet werden, findet ein Übergang in den Kosmos statt. Das passiert beständig, ändert aber nichts an der unaufhebbaren Existenz des unendlichen Universums.

Vom Kosmos in das Universum

Die Spannung zwischen den unbekannten, nicht erreichten Teilen der Welt und den erkundeten und gestaltbaren Kosmos bzw. der vorgestellten Welt bleibt sowohl für die Menschheit insgesamt (als Gattung) als auch für alle sozialen Gemeinschaften und für jedes einzelne Individuum erhalten. Es ist auch eine Spannung zwischen Endlichem und Unendlichen, zwischen Begrenztem und dem Grenzenlosen und Ewigen. Diese Spannung ist unaufhebbar und erzeugt permanente Probleme. Sie können in vielfältiger Form zu Aufgaben der Praxis werden.

Der übliche Lösungsweg in den neuzeitlichen Kulturen ist es, die Grenzen des Kosmos auszuweiten, die unbekannten Teile des Universums zu entdecken. Jede Ausweitung der Grenzen des Kosmos und der Vorstellungswelt löst das grundsätzliche Problem jedoch nicht, sondern sie bedeutet lediglich eine quantitative Verschiebung von Grenzen - die freilich wertvoll sein kann.
Ein anderer Weg ist die Demut, die Einsicht in die auf allen Parametern begrenzten Ressourcen der Menschen auf allen Emergenzniveaus.

lexikon, id1002, letzte Änderung: 2021-05-04 11:56:40

© 2021 Prof. Dr. phil. habil. Michael Giesecke