Lexikon des NTD®

Definitionen und Begriffsklärungen

Hier wird das Verständnis wichtiger Begriffe des Neuen Triadischen Denkens erklärt und, wenn nötig, von anderen Definitionen abgegrenzt.

Definitionen sind für das NTD eine heikle Angelegenheit, weil Begriffe nach seinem Verständnis jeweils nur für eine bestimmte Praxis, mindestens einem Praxistyp, dieselbe Geltung beanspruchen können. Die folgenden Definitionen entspringen einer speziellen epistemologischen Praxis und gelten auch dort. Die meisten Begriff behalten in epistemischer Praxis ihren Sinn. Manche Begriffe behalten ihre Gültigkeit auch bei der Anwendung auf anderen Feldern, andere sind sehr speziell. Übertragungen müssen also geprüft werden und ggfs. sind Modifikationen erforderlich. Es ist mit den Definitionen wie mit allen anderen tools: Ohne Anamnese und Diagnose der Anwendungssituation - also der Art der Praxis -, kein sinnvoller Einsatz.
Um die Übersicht zu erleichtern, werden Verlinkungen von Texten in der Tiefe auf 2 Stufen begrenzt: Links aus einem Lemma des Lexikons auf ein anderes - und auf Texte außerhalb des Lexikons, also z.B. auf die Axiomatik - sind möglich. Ebenso kann man von den verlinkten Objekten auf eine weitere Ebene verwiesen werden. Nach dieser 3. Ebene ist Schluß: Die in den Popups eingepflegten Links werden dann zwar angezeigt, sind aber nicht belegt. Will der Leser sie verfolgen, kann er direkt auf die verlinkten Lemma bzw. andere Texte gehen. Diese Einschränkung gilt nicht für die Verlinkung von Modellen.



Nation =

umgreift eine Gemeinschaft von Menschen aufgrund von ganz unterschiedlichen Auswahlkriterien in den einzelnen Ländern und Zeiten: Sprachähnlichkeit, gemeinsame Abstammung, Geschichte, Weltanschauung u.v.a.m. 'Nation' ist ein Wort mit (mindestens) der üblichen Vagheit der Umgangssprache; im Kern eine irgendwie definierte Gruppe von Menschen und insoweit besteht auch eine Nähe zu 'Volk', vielleicht eine Unterordnung. Im Deutschen führt die Etymologie zu den 'nationes' der Studenten in den mittelalterlichen europäischen Universitäten. Sprachen/Dialekte und Herkunftsterritorien sind dann Unterscheidungskriterien. Anlaß für eine triadische Begriffsbildung gab es bisher nicht.

Anders liegt es mit dem Wort und Begriff 'Nationalstaat'. Hierunter kann ein Praxissyteme mit den Faktoren Menschen/Volk, (Staats)Gewalt/Macht und Territorium verstanden werden. Die Gestaltung von Nationalstaaten in diesem Sinne ist eine welthistorische, einzigartige Leistung Europas. Triadisch und ebenfalls typisch für Europa als Vernetzung von Nationalstaaten ist das Verständnis und die Gestaltung der Staatsgewalt als Zusammenwirken von Exekutive, Legislative und Judikative. Es gibt viele Gründe, das triadische Glaubensbekenntnis des Christentums als eine Voraussetzung dafür anzusehen, daß in Europa vom Reichsgedanken zu einem triadischen Nationalstaatsmodell übergegangen werden konnte. Jedenfalls empfiehlt es sich, vor Bewertungen von 'Nation' bzw. 'Nationalstaat', wie sie gegenwärtig im abwertenden Gebrauch von 'Nationalismus' modern geworden sind, die Begriffe zu klären.
Nationalstaat

lexikon, id914, letzte Änderung: 2021-02-03 17:30:49

© 2021 Prof. Dr. phil. habil. Michael Giesecke