Lexikon des NTD®

Definitionen und Begriffsklärungen

Hier wird das Verständnis wichtiger Begriffe des Neuen Triadischen Denkens erklärt und, wenn nötig, von anderen Definitionen abgegrenzt.

Definitionen sind für das NTD eine heikle Angelegenheit, weil Begriffe nach seinem Verständnis jeweils nur für eine bestimmte Praxis, mindestens einem Praxistyp, dieselbe Geltung beanspruchen können. Die folgenden Definitionen entspringen einer speziellen epistemologischen Praxis und gelten auch dort. Die meisten Begriff behalten in epistemischer Praxis ihren Sinn. Manche Begriffe behalten ihre Gültigkeit auch bei der Anwendung auf anderen Feldern, andere sind sehr speziell. Übertragungen müssen also geprüft werden und ggfs. sind Modifikationen erforderlich. Es ist mit den Definitionen wie mit allen anderen tools: Ohne Anamnese und Diagnose der Anwendungssituation - also der Art der Praxis -, kein sinnvoller Einsatz.
Um die Übersicht zu erleichtern, werden Verlinkungen von Texten in der Tiefe auf 2 Stufen begrenzt: Links aus einem Lemma des Lexikons auf ein anderes - und auf Texte außerhalb des Lexikons, also z.B. auf die Axiomatik - sind möglich. Ebenso kann man von den verlinkten Objekten auf eine weitere Ebene verwiesen werden. Nach dieser 3. Ebene ist Schluß: Die in den Popups eingepflegten Links werden dann zwar angezeigt, sind aber nicht belegt. Will der Leser sie verfolgen, kann er direkt auf die verlinkten Lemma bzw. andere Texte gehen. Diese Einschränkung gilt nicht für die Verlinkung von Modellen.



Literatur =

läßt sich aus vielen Dimensionen beschreiben, üblich sind:

  1. Literatur als Ausdruck und Produkt von Dichterpersönlichkeiten:  psychologischer Ansatz
  1. Literatur als Ausdruck und Produkt sozialer Verhältnisse:  soziologischer Ansatz

  2. Literatur als Ausdruck und Produkt von Kulturen und ihren Protagonisten:  kulturwissenschaftlicher Ansatz

  3. Literatur als emergente Eigenschaft spezifischer sprachlicher und textueller Strukturen:  strukturalistische und semiotisch sprach- und literaturwissenschaftliche Ansätze

    Alle Ansätze lassen sich auch evolutionstheoretisch interpretieren:

  4. Literatur als Produkt der Evolution von Gesellschaften, Kulturen, Texten, Gattungen:  evolutionäre/historische Perspektive.

Aus der Sicht der triadischen Kommunikations- und Informationstheorie lassen sich diese Ansätze gut reformulieren:

  1. Literatur als Spezialfall/Medium individueller menschlicher Informationsverarbeitung:
    Synästhetische Erkenntnis; logisch-begriffliche und affektiv-assoziative Verarbeitung; sprachliche Darstellung

  2. Literatur als ausdifferenziertes Medium sozialer Kommunikation und Informationsverarbeitung:
    Interaktive und interaktionsfreie Parallelverarbeitung von Infor-mationen unter Umgehung bewußter begrifflicher Reflexion (latente Kommunikation); technisch und sozial voraussetzungs-volles Evolutionsprodukt

  3. Literatur als multimedialer mehrdeutiger Spiegel und als Spiegelungsprodukt der verschiedenen Informationsmedien:
    Reversible, nicht sozial normierte Spiegelungen von Körper- und Umwelterfahrungen in praktisch allen Medien (Metaphern)
    Als Kode der Programme:

  4. Literatur als emergente Eigenschaft spezifischer sprachlicher Strukturen:
    Kunstwerk und seine Kodierungsformen

    In historischer Perspektive:

  5. Literatur als Produkt der Evolution psychischer/sozialer/ kultureller/semiotischer Informationsverarbeitung und ihrer Medien

lexikon, id1264, letzte Änderung: 2021-03-18 20:19:37

© 2021 Prof. Dr. phil. habil. Michael Giesecke