Lexikon des NTD®

Definitionen und Begriffsklärungen

Hier wird das Verständnis wichtiger Begriffe des Neuen Triadischen Denkens erklärt und, wenn nötig, von anderen Definitionen abgegrenzt.

Definitionen sind für das NTD eine heikle Angelegenheit, weil Begriffe nach seinem Verständnis jeweils nur für eine bestimmte Praxis, mindestens einem Praxistyp, dieselbe Geltung beanspruchen können. Die folgenden Definitionen entspringen einer speziellen epistemologischen Praxis und gelten auch dort. Die meisten Begriff behalten in epistemischer Praxis ihren Sinn. Manche Begriffe behalten ihre Gültigkeit auch bei der Anwendung auf anderen Feldern, andere sind sehr speziell. Übertragungen müssen also geprüft werden und ggfs. sind Modifikationen erforderlich. Es ist mit den Definitionen wie mit allen anderen tools: Ohne Anamnese und Diagnose der Anwendungssituation - also der Art der Praxis -, kein sinnvoller Einsatz.
Um die Übersicht zu erleichtern, werden Verlinkungen von Texten in der Tiefe auf 2 Stufen begrenzt: Links aus einem Lemma des Lexikons auf ein anderes - und auf Texte außerhalb des Lexikons, also z.B. auf die Axiomatik - sind möglich. Ebenso kann man von den verlinkten Objekten auf eine weitere Ebene verwiesen werden. Nach dieser 3. Ebene ist Schluß: Die in den Popups eingepflegten Links werden dann zwar angezeigt, sind aber nicht belegt. Will der Leser sie verfolgen, kann er direkt auf die verlinkten Lemma bzw. andere Texte gehen. Diese Einschränkung gilt nicht für die Verlinkung von Modellen.



Ökologie =

eine wissenschaftshistorische Voraussetzung des NTDs und der triadischen Praxis.
Ökologie als
• Lehre von den Beziehungen zwischen artverschiedenen Faktoren, darunter auch die
Wechselbeziehungen zwischen Systemen und der Umwelt;

Ernst Haeckel, der der Ökologie 1866 ihren heutigen Namen gab, definierte in seinem Buch "Generelle Morphologie der Tiere" von 1866 Ökologie als "die gesamte Wissenschaft von den Beziehungen des Organismus zur umgebenden Außenwelt". Der Begriff ist aus den griechischen Wörtern "oikos" (Haus, Haushalt, Hauswesen) und "logos" (Lehre, Kunde, Kenntnis) abgeleitet. Mittlerweile hat sich der Begriff in den Wissenschaften und in der politischen Diskussion so vielfältig ausgedehnt, daß seine ursprüngliche Bedeutung kaum mehr empfunden wird. Wäre es anders, könnte man die Beschreibung der System-Umwelt-Beziehungen als ökologische Dimension bezeichnen. Immerhin kann man festhalten, daß es bei (ökologischen ) Systemen immer auch um Beziehungen zur Umwelt dreht.

• kybernetische (Bio-)Systemtheorie, für die Rückkopplungsprozesse/Kreisläufe konstitutiv sind;
• Lehre vom Umgang mit begrenzten Ressourcen und der Erhaltung der (begrenzten) Dinge (Energien, Information und Materie).

Im Einklang mit zahlreichen ökologischen Modellen empfiehlt das NTD, die Zahl der Wirkfaktoren in Ökosystemen zunächst grundsätzlich auf drei zu begrenzen.


Z.B. "Die Ökoakustik (soundscape ecology) untersucht die Geräuschkulisse von Ökosystemen. Diese setzen sich aus biologischen, geophysikalischen und anthropogenen Klängen zusammen und werden entsprechend in Biophonie, Geophonie und Anthropophonie unterteilt." Michael Scherer-Lorenzen, Forschung&Lehre 4/21, S.287)
Durch deren Wechselwirkungen entsteht schon eine erhebliche Komplexität, die in der empirischen Arbeit bewältigt sein will. Die drei Faktoren können dann nach Bedarf wieder triadisch differenziert werden. Dies setzt i.a.R. eine Spezifizierung des Ökossystems voraus.
Unverzichtbar wird die Ökologie bei der Gestaltung und Beschreibung der Klasse der kulturellen Praxis. Jede kulturelle Praxis ist i.d.S. ökologische Praxis. Ihre Spezifik sieht das NTD darin, daß Menschen (als Gattungswesen) immer ein Faktor der kulturellen Praxis - neben artverschiedenen anderen - sind. Das NTD schließt aber nicht aus, auch Ökosysteme anzunehmen, in denen Menschen keine Rolle spielen.

lexikon, id1097, letzte Änderung: 2021-09-17 09:39:27

© 2021 Prof. Dr. phil. habil. Michael Giesecke